Rückblick 4 klein

Auf dem Lahnwanderweg von Wetzlar nach Braunfels am 5. Juli 2017

Eine Wanderung auf dem Lahnwanderweg war im Wanderplan des Eifelvereins Mayen angekündigt worden. 47 Teilnehmer konnten die Organisatoren, Monika und Joachim Rogalski, zu dieser Wanderung begrüßen.

Mit dem Bus erreichte man die ehemalige Reichsstadt Wetzlar am frühen Vormittag. Ein ortskundiger Wanderführer aus Wetzlar begrüßte die Wandergruppe und führte in den Ablauf der Wanderung ein. Bei hochsommerlichen Temperaturen machte man sich schließlich auf den Weg.

Als erstes Ziel wurde die Ruine der ehemaligen Reichsburg Kalsmunt angesteuert. Von der Aussichtsplattform, auf den Mauerresten der Burg errichtet, konnte man den Blick weit über die Landschaft schweifen lassen. Die Stadt Wetzlar lag den Wanderern zu Füßen. Aus der Ansammlung der Häuser der Altstadt erhob sich majestätisch der Dom, größter Sakralbau und Wahrzeichen der Stadt. Während man den Ausblick genoss, informierte der Wanderführer über wesentliche Details der geschichtlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.

Der weitere Weg führte hinauf auf die Taunushöhe ins Naturschutzgebiet „Weinberg“, ehemals Truppenübungsplatz der Bundeswehr, das zur Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe gehört und als EU Vogelschutzgebiet klassifiziert ist. Hier hat sich eine artenreiche Fauna und Flora erhalten. Mittels Beweidung durch Schafe wird die weitgehend offene Landschaft vor Verbuschung und Bewaldung verschont. Eine Geländekarte des ehemaligen Standortübungsplatzes Magdalenenhausen informiert hier über die Umwidmung des Gebietes vom militärischen Übungsgelände zum Naturschutzgebiet. Einer weiteren Informationstafel konnte man entnehmen, dass sich hier auf dem Gelände in früheren Jahren (1858 bis 1915) eines der ergiebigsten Erzbergwerke der Wetzlarer Region, die Grube „Amanda“, befand.

Aufgrund der intensiven Sonneneinstahlung auf dem Naturschutzgelände war man froh, als man wieder in bewaldete Regionen eintauchen konnte. Über den Ort Solms erreichte man schließlich bergauf wandernd das Wanderziel, die Stadt Braunfels, wo man den die Gruppe begleitenden Wanderführer mit Dank verabschiedete. In einer Gaststätte vor den Toren des Schlosses Braunfels kehrte man zu erholsamer Rast ein, bevor man sich in kleinen Gruppen auf Besichtigungstour durch die Schlossanlage begab.

Das Schloss, als Schutzburg 1246 erstmals erwähnt, wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals zerstört, jedoch immer wieder aufgebaut und erweitert. Erst nach 1880 erhielt es sein heutiges Aussehen mit den vielen malerischen Türmen und Erkern. Seit dem 8. Juni 2010 unterliegt das Schloss dem Schutz der Hager Konvention (Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten).

Am späten Nachmittag begab man sich wieder auf die Rückreise. Mit langanhaltendem Applaus dankte die Wandergruppe den Organisatoren der Wanderfahrt, Monika und Joachim Rogalski, für den erlebnis- und lehrreichen Wandertag. Mit dieser Tagestour wurde den Wanderfreunden des Eifelvereins Mayen wieder eine interessante neue Wanderregion erschlossen.

Norgart Gudat                                                                                                                                                         

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