032 Die Besuchergruppe vor der Gießhalle 2

Besichtigungsfahrt mit den Wanderführerinnen und Wanderführern zum Kulturdenkmal Sayner Hütte am 10. April 2017

Zum Dank für ihren ehrenamtlichen Einsatz lud der Vorstand des Eifelvereins Mayen seine Wanderführerinnen und Wanderführer zu einem Besuch des Kulturdenkmals „Sayner Hütte“ ein.

Auch die Wegepaten des gemeinsam betreuten Wanderweges „Nette-Natur-Weg“ aus Andernach und Polch waren der Einladung gefolgt und so traf man sich zur Besichtigung von Eisenkunstguss-Exponaten im Eisenkunstguss-Museum im Schloss Sayn. Hier wurde die Besuchergruppe über Entstehung und Nutzung der Sayner Hütte im Laufe der letzten Jahrhunderte informiert. Die Hütte 1770 im Auftrag des Trierer Kurfürsten errichtet, dann von 1815 bis 1865 im preußischen Besitz wurde schließlich 1865 an Alfred Krupp verkauft. Im Jahr 1926 wurde der Betrieb der Sayner Hütte eingestellt, sie ging 1927 in den Besitz der Stadt Bendorf über.
Das in der Sayner Hütte gefertigte Eisen wurde zum großen Teil direkt vor Ort weiterverarbeitet. Nach der Übernahme durch die preußische Krone wurden hier hauptsächlich Baueisen und Geschütze für die preußischen Festungen in der Rheinprovinz hergestellt. Erst unter Leitung von Hüttendirektor Althans (1818) begann man mit der Kunstgussproduktion. Weitere Produkte aus Eisen wie Maschinenanlagen und gusseiserne Gebrauchsgegenstände wurden in der von ihm geförderten Eisenwarenfabrik angefertigt. Filigraner Schmuck, Ziertische, Sitzmöbel, Öfen und Herde aus dieser Produktionszeit sowie technische Geräte aus Gusseisen konnten in der Ausstellung bewundert werden.
Nach dem Museumsbesuch begab man sich auf den Rundgang durch die Anlage der Sayner Hütte. Werksgebäude aus verschiedenen Produktionsepochen konnten hier in Augenschein genommen werden. Ein besonderes Augenmerk fiel auf die Gießhalle mit angeschlossenem Hochofen, die in der Zeit von 1828 bis 1830 aus kunstvoll gestalteten gusseisernen Bauteilen errichtet wurde. Die Gießhalle ist heute ein europäisches Industriedenkmal, das im Jahr 2010 mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ ausgezeichnet wurde. Nach der Besichtigung der historischen Gießhalle mit ihren gusseisernen Säulen und Kränen endetet schließlich der Rundgang über das Hüttengelände.
Bei der abschließenden Einkehr saß man noch lange in gemütlicher Runde beisammen um die gewonnenen Eindrücke des Tages miteinander auszutauschen. Ein herzliches Dankeschön ging an den Vereinsvorsitzenden Joachim Rogalski, dem die Organisation dieses beeindruckenden Besichtigungstages oblag.

Norgart Gudat

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