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Wanderreise nach Mallorca vom 2. bis 9. März 2017

Für das Frühjahr 2017 hatte Vorstandsmitglied Monika Reis für den Eifelverein Mayen eine Wanderwoche auf Mallorca geplant. Und so begaben sich 23 Wanderreisende am 2. März schon kurz nach Mitternacht auf den Weg zum Flughafen nach Düsseldorf. Nach 2 ½ - stündigem Flug landete die Wandergruppe in Palma auf Mallorca. Von hier aus ging es mit dem Bus weiter zum Hotel Gran Camp de Mar, wo man gegen Mittag sein Zimmer beziehen konnte.


Am darauffolgende Tag startete man mit ortskundiger Wanderführerin zur ersten Wanderung an die Ostküste. Hier stieg man südlich des Ortes Porto Pedro an der Cala Mondrago in die Wanderung ein. Zwei kleine Sandstrände wurden durchquert, dann erreichte man über eine Treppe aufwärts das Naturschutzgebiet „Park Natural de Mondrago“. Von der sich hier zeigenden Pflanzenwelt waren die Wanderer so angetan, dass viel Zeit für Dokumentationsfotos eingeplant werden musste. Durch Kiefern- und Steineichenwälder führte der Weg zu einer felsigen Steilküste, von der aus man einen herrlichen Ausblick auf das Meer genießen konnte. Im weiteren Verlauf erreichte man den Wachturm „Torre d´en Beu“. Weit reichte der Blick von hier aus über Meer und Steilküstenstreifen bis nach Cala Figuera. Im bewohnten Hinterland ging es vorbei an mit Trockenmauern abgegrenzten Wiesen und Weiden zur Bucht von Cala Figuera. Über einen treppenartig ausgebauten Weg abwärts erreichte man schließlich das Wanderziel, das malerische Fischerdorf Cala Figuera mit dem schönsten Hafen der Baleareninsel.
Für den nächsten Tag war eine Inselrundfahrt geplant. Mit Bus, Zug, Straßenbahn und Schiff wollte man die Insel erkunden. Die vergangene Sturmnacht hatte für gehörige Abkühlung gesorgt. Und so erwartete die Wandergruppe ein Tag mit stürmischen Windböen und Tagestemperaturen im Bereich von 12 bis 14 Grad. Mit angemessener Kleidung ausgestattet startete man in den Tag. Der Bus brachte die Wanderreisenden zum „Roten Blitz“ einer elektrischen Schmalspurbahn, die Touristen von Palma nach Soller bringt. Vorbei an Olivenhainen und Mandelplantagen erreichte man Bunyola im Tramuntanagebirge. Weiter ging die Fahrt durch insgesamt 13 Tunnels bis ins „goldene Tal“ von Soller. Unzählige Zitronen- und Orangenplantagen säumten den Weg. Nach 27 Kilometern Fahrt erreichte man die Stadt Soller. Nach einem Stadtrundgang ging es mit der Straßenbahn weiter hinunter zum 5 Kilometer entfernt liegenden Hafen Port Soller. Hier kehrte man zur Mittagsrast in einem der vielen Restaurants an der Hafenmole ein. Aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen wurde die vorgesehene Schiffsrundfahrt abgesagt, so dass man die Fahrt zum Kloster Lluc, einem Wallfahrtsort im nördlichen Teil des Tramontanagebirges, vorzeitig antreten konnte. Beim Gang über das Klostergelände erfuhr man, dass im Hauptgebäude des Klosters ein Gymnasium mit Internat, ein Museum, eine Herberge, die Wallfahrtskirche und die Gemeindeverwaltung von Escorca untergebracht sind.
Der darauf folgende Tag führte die Eifelvereinswanderer ins Tramuntanagebirge auf den Pilgerweg Barranc de Biniaraix. Vom Cuber Stausee mit Blick auf den Puig Major (1445 m), dem höchsten Berg der Baleareninsel, folgte man dem teils felsigen Weg aufwärts zum Coll de l ´Ofre. Immer wieder schweiften die Blicke zurück ins Tal, in dem der Cuber Stausee und der Puig Major stetig an Größe verloren, bis sie sich, vom Coll de l ´Ofre aus gesehen, in ein weites Panorama aus Bergen und Tälern einordnen mussten. Von der anderen Seite des Bergsattels aus konnte man den Ausblick hinunter in die Schlucht von Biniaraix und weiter ins Tal nach Soller genießen. Wegen des stark böigen Windes auf dem Bergsattel suchten sich die Wanderer ein Wind geschütztes Plätzchen zwischen den Felsen für eine ausgiebige Mittagsrast. Anschließend ging es weiter hinunter ins Tal. Der alte Pilgerweg, schon vor Jahrhunderten sorgfältig angelegt und akkurat gepflastert, führte in unzähligen, nicht enden wollenden Windungen abwärts durch die Schlucht. Alle waren erleichtert, als der lange Abstieg gemeistert war und man schließlich das Dorf Biniaraix erreicht hatte. Zum Abschluss der Wanderung steuerte man noch das Dorf Fornalutx an, das als schönstes Dorf der Insel bezeichnet wird, was man nach einem Rundgang durch den Ort durchaus bestätigen konnte.
Eine weitere Wanderung führte über den Reitweg des Erzherzogs Ludwig Salvador. Dieser Reitweg, angelegt im 19. Jahrhundert, führt auf der Hochebene des Tramuntanagebirges durch die ehemaligen Besitztümer des Erzherzogs. Mit einer Besichtigung des Bergdorfes Valldemossa startete man in den Wandertag. Da einige Mitglieder der Reisegruppe den Tag in Valldemossa verbringen wollten, machte sich eine 13-köpfige Wandergruppe in Begleitung ihrer Wanderführer allein auf den Weg. Außerhalb des Ortes stieg man schon gleich in einen mit groben Felsblöcken übersäten Wanderweg ein. Nach kurzem Aufstieg stieß man auf den steinigen mit Felsbrocken abgesteckten, serpentinenartig angelegten Reitweg, dem man aufwärts bis zur ersten Rast an einer verfallenen Wohnanlage folgte. Weiter ging es durch Steineichenwälder hinauf zu einer Aussichtsplattform, von der aus man weit hinaus über die Insel bis zur Bucht von Mallorca blicken konnte. Nachdem man die Baumgrenze erreicht hatte, konnte der Blick frei über die bizarre Gebirgslandschaft schweifen. Ein kräftiger Gebirgswind pfiff allen um die Nase und so ließ man sich auf der Windschattenseite des Puig Caragoli (945 m) zur Mittagsrast nieder. Der Ausblick vom Caragoli war atemberaubend. Tief unten im Tal konnte man das Künstlerdorf Deià erkennen und weit in der Ferne am Küstenstreifen konnte man den Hafen Port Soller ausmachen. Erst über steinig windumwehte Bergsattel, dann wieder durch Steineichenwälder führte der Reitweg schließlich abwärts nach Valldemossa, wo die zurückgebliebenen Reiseteilnehmer schon auf die Wandergruppe warteten.
Den darauf folgenden Tag, der zur freien Verfügung stand, nutzten viele, um die Stadt Palma kennenzulernen. In kleinen Gruppen begab man sich auf Besichtigungstour, wobei die gotische Kathedrale „La Seu“ wahrscheinlich die am eifrigsten besuchte Sehenswürdigkeit war.
Die letzte Wanderung im Programm führte über die nördliche Halbinsel Alcudia. An der Wallfahrtskirche „Ermita de Victoria“ verließ man den Bus, nahm den massiven Barockbau der Kirche aus dem 14. Jahrhundert in Augenschein und begab sich dann auf den Wanderweg, der sich, als breiter Fahrweg ausgebaut, den Berg hinaufzog. Immer wieder gab es Aussichtspunkte, die den Blick auf die Bucht von Pollenca und das Cap de Formentor freigaben. Als der Fahrweg endete, teilte sich die Wandergruppe. Neun Wanderer folgten dem Wanderführer über einen schmalen, steilen, felsigen Pfad hinauf zur Bergkette auf den Talaya de Alcudia (446 m). Vom Gipfel der Bergkette hatte man einen herrlichen Rundumblick über die Halbinsel Alcudia, zum Cap Pinar, zur Stadt Alcudia und zu den Meeresbuchten von Pollenca und Alcudia. Auch beim Abstieg vom Felsmassiv war Trittsicherheit angesagt. Nachdem man die steile Etappe des Weges bewältigt hatte, folgte man wieder dem Fahrweg abwärts und bog dann an der Wallfahrtskirche in einen Wanderweg ein, der parallel zur Küste Richtung Süden zum Strand führte, wo die Wanderführerin mit den übrigen Wanderern schon mit einem Picknick auf die Rückkehrer wartete. Den Abschluss des Wandertages bildete der Rundgang durch die Stadt Alcudia mit seinen zwei Stadttoren und seiner zum Teil noch erhaltenen Stadtmauer.
Am Abreisetag traf man sich am späten Nachmittag schon reisefertig zur Rückbesinnung auf die Wanderwoche in der Eingangshalle des Hotels. Ein herzliches Dankeschön für diese wunderschönen Wanderurlaubstage ging an Monika Reis, deren unermüdlichem Einsatz es zu verdanken ist, dass diese Wanderwoche zustande kam. Und so erhofft man sich für das nächste Wanderjahr eine weitere erlebnisreiche Wanderreise.

Norgart Gudat

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